Die Reise der Gewürze

ferne Länder Curry

In der heutigen Zeit, sind exotische Gewürze neben Salz und Pfeffer im Gewürzregal eine Selbstverständlichkeit. Gaumenverwöhnende Gewürze prägen das kulinarische Europa und sind aus der heimischen Küche nicht mehr wegzudenken. Wohin man auch sieht, bzw. riecht und schmeckt, wird jede Küche von den unterschiedlichsten Gewürzen aus fernen Ländern und Kulturen geprägt. Während Gewürze heutzutage jedem Verbraucher - ob Feinschmecker oder Allesesser - zu erschwinglichen Preisen zugänglich sind, wurden Gewürze vor nur 100 Jahren noch mit Gold aufgewogen und waren eine Rarität. Selbst Anfang des 20. Jahrhunderts gab der normale deutsche Bürger höchstens Salz, Pfeffer und bekannte lokale Gewürze und Kräuter zu seinen Speisen. Anders die Menschen aus den fernöstlichen Ländern. Aufgrund der anderen Klima- und Bodenverhältnisse wurden in Fern-Ost exotische Würzpflanzen, wie Ingwer, Kurkuma oder Muskat gewonnen. Die einzigartigen Geschmäcker und die unterschiedlichen Wirkungen wurden früh erkannt und die wertvollen Handelsgüter über uralte Gewürzstraßen und Karawanenrouten nach Europa gebracht. Als mit dem Wirtschaftswunder der plötzliche Wohlstand ausbrach und damit eine weitreichende Infrastruktur entstand, wurde der Handel angekurbelt und den exotischen Gewürzen glücklicherweise auch Einzug in die heimischen Küchen Europas gewährt.

Ingwer gemahlen im Korkenglas

Ingwer ist eine scharfe Angelegenheit. Wer auf ein Stückchen frische Knolle beißt, dem brennt nicht nur die Zunge. auch die Nase läuft und manch einem durchblitzt ein Wärmegefühl den Körper. Denn Ingwer steckt voller Scharfstoffe, die Wärmerezeptoren aktivieren. Diese Schärfe kommt vom Inhaltsstoff Gingerol. Als es im Mittelalter wenig Pfeffer in Europa gab, verwendete man stattdessen die Ingwerwurzel. Die Anwendung dieser Wurzel in der Küche ist mittlerweile äußerst beliebt, da man Ingwer sowohl als scharfes Gewürz, als auch als sehr milde Würze nutzen kann. Als frisches Gewürz passt die Knolle zu asiatischen Gerichten und Currys.

Kurkuma gemahlen im Korkenglas

Kurkuma duftet leicht nach Ingwer und schmeckt recht würzig, ist aber vom Geschmack etwas bitterer als Ingwer. Es wird überwiegend sehr fein gemahlen angeboten und sehr selten als ganze Wurzel. Bei der Verarbeitung des Pulvers ist vorsicht geboten, da es überall seine intensiv gelbe Farbe hinterlässt. Das grellgelbe Pulver passt wunderbar zu Reis- und Nudelgerichten, verschiedenen Suppen, Saucen sowie Mayonnaisen. Er würzt auch Fisch, Meeresfrüchte, Rindfleisch, Geflügel und Eier, Gemüsecurrys und auch Chutneys. Bei der Zubereitung sollte nicht zu viel von dem Pulver verwendet werden, da sich die aromatische Wirkung sehr intensiv entfaltet.

Muskatnus gemahlen im Korkenglas

Die gemahlene Muskatnuss von Ankerkraut verpasst diversen Gerichten einen aromatischen Feinschliff von feuriger Schärfe mit einem Hauch von Bitterkeit. Sie macht sich besonders gut in Kartoffelgerichten, auf Gemüse und Kohl sowie Kalbsfleisch und Fisch oder in süßen Speisen wie Weihnachtsgebäck. Aber Aufgepasst: Damit sie nicht ihr Aroma verliert empfiehlt es sich, die Muskatnuss erst am Ende des Kochens hinzuzufügen. Außerdem ist die Muskatnuss mit Vorsicht zu genießen: Sie ist ein sehr aromatisches Gewürz, bei welchem ausnahmsweise gilt: Weniger ist mehr - in kleinen Dosen entfaltet sie gesundheitsfördernde Eigenschaften, während sie in größeren Mengen vergiftend wirken kann.